9.—10. September 2023. Chisinau-Forum, 4. Auflage „Die UN-Agenda 21 und der ‚Great Reset': Der Niedergang vom Liberalismus zur Technokratie und zum Transhumanismus“
Die Organisation sah wie folgt aus: Ein Teil der Redner wird persönlich in Chisinau eintreffen, ein anderer Teil wird seine Reden im Videoformat einsenden, damit sie zusammen mit den anderen Beiträgen online übertragen werden können. In der Zwischenzeit war es mir gelungen, eine Reihe neuer Kontakte zu knüpfen, wodurch ich auf über dreißig Redner kommen konnte.
Ich erinnere hier an die Liste der Redner:
Garry Robson (Polen), Peter Töpfer (Deutschland), Julian Rose (Polen), Iain Davis (Großbritannien), Dennis Kingsley (Großbritannien), Alexander Thompson (Niederlande), Lorenzo Maria Pacini (Italien), Justino Carneiro und Alexandre Guerreiro (Portugal), Makia Freeman (USA), Jille-Emmanuel Jacquet und Pater Dimitri Mottier (Schweiz), Vlad-Mihal Agache und Calistrat Marvin Atudorei (Rumänien), Carlos Mamani (Peru), Dragana Trifković (Serbien), Vadim Shegalov, Gregory Davis (USA), Alexander Michael Markovics (Österreich), Hrvoje Morić (Mexiko), Angelos Carageorgos (Griechenland), Scott Howard (USA), Israel Lira (Peru), Enrique Refoyo (Spanien), Lucas Leiroz und Raphael Machado (Brasilien), Blaž Kavčič (Slowenien), Iacob Nordangård (Schweden), Lucien Cerise, Pierre-Antoine Plaquevent, Youssef Hindi und Laurent James (Frankreich), Arno Develay (Frankreich, ansässig in Moskau).
Die übliche französische Delegation konnte — anders als in den vergangenen Jahren — nicht wie geplant nach Chișinău reisen. Der Herausgeber Antony Bonamy von „Culture&Racines“, der erfahren hatte, daß das französische Team auf die Teilnahme verzichtet hatte, bekundete seine Solidarität mit ihnen. Immerhin war er in seiner Naivität aufrichtig. Dennoch entschied ich mich, sie das Wort ergreifen zu lassen. Ihr multipolaristischer Diskurs ging jedoch inmitten der weitaus fundierteren Beiträge vieler anderer Redner unter. Auch die Herren aus Lateinamerika wirkten eher monoton und ritten stets auf demselben multipolaristischen Dogma herum.
Die Veranstaltung im Jahr 2023 war ein voller Erfolg — und das ganz ohne Sponsoren oder politischen bzw. sonstigen Schutz. Wie wir es von Beginn der Tätigkeit unserer internationalen Gruppe an festgelegt hatten, trug jeder Teilnehmer sämtliche Kosten selbst: Flugtickets, Unterkunft und Verpflegung. Es gab nur wenige Ausnahmen; einigen Teilnehmern ermöglichte ich die Teilnahme durch finanzielle Unterstützung aus eigener Tasche. Während der Vorbereitungen auf das Forum kontaktierte mich ein Herr aus den Niederlanden — ein bedeutender Autor und Dissident namens Alexander Wolfheze. Er wirkte wie ein absolut vertrauenswürdiger Gentleman, und ich stellte zudem fest, daß er ein beachtliches akademisches Werk vorzuweisen hatte. Er schlug vor, ein Interview für die Multimedia-Plattform Arktos.com zu führen. Ich gab dieses Interview auf Englisch. Allerdings hat jemand die Videoinhalte gelöscht: https://arktos.com/2023/05/10/iurie-rosca-interregnum-70/.
Eine Audioversion jenes Gesprächs war den Zensoren allerdings entgangen: https://www.deezer.com/.
Alexander Wolfheze rief mich mehrmals an und erkundigte sich immer wieder nach meinen Differenzen mit Professor Dugin und der von diesem vertretenen Weltanschauung. Ich erklärte ihm ausführlich, worum es dabei ging. Daraufhin äußerte er den Wunsch, an unserem Forum teilzunehmen, wies jedoch darauf hin, daß seine finanzielle Lage äußerst prekär sei. Ich zweifelte nicht daran; ich wußte von ihm, daß er in seinem Heimatland verfolgt wurde und nach einer Zuflucht in Serbien oder Ungarn suchte. Auch meine eigene finanzielle Situation war nicht gerade rosig, doch ich bemühte mich und kaufte ihm die Flugtickets für Hin- und Rückflug. Doch an dem Tag, an dem er eintreffen sollte, meldeten sich meine Mitarbeiter, die die Gäste am Flughafen in Empfang nahmen, bei mir und teilten mir mit, daß diese Person nicht angekommen sei. Ich versuchte mehrfach hartnäckig, ihn anzurufen, doch sein Telefon war ausgeschaltet. Erst einige Tage später — die Veranstaltung war bereits vorüber — rief mich Alexander Wolfheze an und berichtete Folgendes: Er sei ein oder zwei Tage lang von Sicherheitsdiensten oder womöglich der niederländischen Polizei festgehalten und sein Telefon beschlagnahmt worden; deshalb habe er mich nicht über die Geschehnisse informieren können. Der Mann wirkte sehr verstört und bat mich, mit niemandem über diesen Vorfall zu sprechen. Nun stelle ich fest, daß unsere gesamte Korrespondenz — sowohl per E-Mail als auch über die App Telegram — gelöscht worden war.
Eine weitere Person aus demselben Umfeld der Plattform Arktos.com — jemand, der zunächst versucht hatte, Kontakt zu mir aufzunehmen und mich interviewt hatte, dann aber spurlos verschwand — ist Constantin von Hoffmeister. Es hatte den Anschein, daß Menschen wie er, die es wagten, sich mit mir in Verbindung zu setzen, dazu gedrängt worden, jegliche Beziehungen zu mir abzubrechen. Es konnte nicht anders sein. Ich war von der allgemeinen Linie der von Moskau koordinierten Multipolaristen abgewichen.
Es gibt noch eine weitere amüsante Episode aus derselben Zeit: Ich erhielt einen Anruf von Arno Develay, der sich bereits in Moskau niedergelassen hatte. Er war sehr darauf bedacht, eine ganze Reihe von Rednern aus verschiedenen Ländern vorzuschlagen. Mir war sofort klar, welche Art von Rednern man mir da anbieten würde. Die Strategen in Moskau sahen, daß das internationale Projekt „Chișinău Forum“ trotz der Versuche, seine Aktivitäten zu unterbinden, fortbestand; daher beschlossen sie, möglichst viele ihrer Schachfiguren unter die Teilnehmer zu schleusen, um den allgemeinen Ton anzugeben. Ich ließ mich auf dieses Spiel ein. Übrigens finden sich auf der oben genannten Teilnehmerliste viele Personen, die der Moskauer Befehlszentrale hörig sind, doch wir verwehrten ihnen den Zugang zu unserem Podium nicht. Das Forum scheute sich nicht vor abweichenden Meinungen; es weiß, wie man ihnen begegnet und die Wahrheit von der Lüge unterscheidet.
Es war äußerst interessant zu beobachten, wie sich die Redner aus dem multipolaren Lager präsentierten. Einige, geübter in der Kunst der Heuchelei und Doppelzüngigkeit, versuchten, auf das eigentliche Thema einzugehen — die globalistische Strategie der Errichtung einer technokratischen und transhumanistischen Tyrannei. Andere, etwas naiver, sangen nach besten Kräften Loblieder auf den Siegeszug der Multipolarität im globalen Maßstab. Für sie war die strahlende Zukunft greifbare Realität. Die leuchtende Utopie, von der sie sich hatten fesseln lassen, hat sich inzwischen als albtraumhafte Dystopie entpuppt. Die vollständige Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier: https://arcaluinoe.info/ro/chisinau-forum/2023/ ; https://arcaluinoe.info/ro/etichete/chisinau-forum-2023/
(Fortsetzung folgt)